Sonntag, 13. Juni 2021, 18 Uhr

Die imaginäre Metropole.  Stadtschreiber im Gespräch

Podium mit Marko Martin,

Barbara Thériault und Marcel Krueger

 

 Moderation: Uwe Rada, Autor und Journalist taz 

 

Was haben die Städte Breslau/Wrocław, Lemberg/Lwiw und Allenstein/Olsztyn gemeinsam? Alle drei haben eine reiche, multikulturelle und multiethnische Geschichte, die zum einen die jeweilige Stadt, ihre Literatur, Kunst und Architektur prägt, und zum anderen in die Biographien seiner früheren und heutigen Einwohner eingeschrieben ist. Alle drei Städte sind heute moderne europäische Großstädte mit engagierten Kulturaktivistinnen und -aktivisten und spannenden Initiativen, die sich für das gemeinsame deutsch-polnisch-jüdisch-ukrainische Kulturerbe einsetzen. Breslau und Lemberg trugen schon einmal den Titel Europäische Kulturhauptstadt, der ihnen einen neuen Schwung verlieh und sie weiterhin aufblühen lässt. Alle drei waren Gastgeber und Mitveranstalter des Stadtschreiberstipendiums des Deutschen Kulturforums östliches Europa.

 

Das Stadtschreiberstipendium ist ein seit 2009 realisiertes Programm, dessen Ziel es ist, das gemeinsame kulturelle Erbe der Deutschen und ihrer Nachbarn in Mittel-, Ost- und Südosteuropa bekannter zu machen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten, meist Schriftstellerinnen und Schriftsteller oder Publizistinnen und Publizisten, leben fünf Monate in einer ostmitteleuropäischen Metropole, nehmen am kulturellen Leben ihrer Gaststadt teil und schreiben darüber u. a. in einem Blog.

 

Zu Gast in Görlitz sind drei ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten – Marko Martin, Barbara Thériault und Marcel Krueger, die 2016 aus Breslau/Wrocław, 2018 aus Lemberg/Lwiw und 2019 aus Allenstein/Olsztyn bloggten. Rückblickend berichten sie von ihren Erwartungen, Erlebnissen und Erfahrungen mit Land und Leuten und davon, wie das Stipendium ihre Sicht auf Mittel- und Osteuropa veränderte. 

 

© Anke Illing
© Anke Illing

 

Marko Martin, geboren 1970 in Burgstädt, verließ im Mai 1989 als Kriegsdienstverweigerer die DDR. Der Autor lebt, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. Er schreibt Romane, Erzählungen, literarische und politische Essays. Zuletzt erschien Nelson Mandela (2018), Das Haus in Habana und Dissidentisches Denken (beide 2019). Publizistisch ist er tätig vor allem für Die Welt, aber auch die Neue Zürcher Zeitung, die Jüdische AllgemeineMare und Internationale Politik. 2016 gastierte Martin als Stadtschreiber in der Europäischen Kulturhauptstadt Breslau/Wrocław.

© Steffen Högemann
© Steffen Högemann

 

Barbara Thériault, geboren 1972 in Lévis (Kanada), studierte Politikwissenschaft an der Universität in Québec. Studienaufenthalte führten sie nach Großbritannien, Belgien und Deutschland, wo sie in Erfurt promoviert und schließlich an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) im Fach Kultursoziologie habilitiert wurde. Sie lehrt als Professorin für Soziologie an der Universität Montréal und ist als Journalistin tätig. 2018 war Thériault Stadtschreiberin in der westukrainischen Metropole Lemberg/Lwiw.

© Thomas Bühring
© Thomas Bühring

Marcel Krueger, geboren 1977 in Solingen, wohnt in Dundalk (Irland) und arbeitet als Autor, Übersetzer und Redakteur. Seine Themen findet er meist auf Reisen und in der europäischen Geschichte. Für das Berliner Elsewhere Journal arbeitet er als Buchredakteur und schreibt u. a. für The Daily TelegraphThe Guardian, die Süddeutsche Zeitung und CNN Travel. 2018 erschien Babushka’s Journey − The Dark Road to Stalin’s Wartime Camps, ein melancholischer Reisebericht auf den Spuren seiner Großmutter von Ostpreußen in die sowjetischen Arbeitslager. Die deutsche Übersetzung erschien unter dem Titel Von Ostpreußen in den Gulag. Eine Reise auf den Spuren meiner Großmutter ein Jahr    später im Reclam Verlag. 2019 war Krueger Stadtschreiber in          Allenstein/Olsztyn.


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