Mittwoch, 9. Juni 2021, 18 Uhr

Lesung und Gespräch                                      mit Filip Springer und Lisa Palmes

Kupferberg. Der verschwundene Ort

 

Moderation : Prof. Dr. Hans-Christian Trepte, Universität Leipzig 

 


1311 wird der Ort erstmals erwähnt. Heute existiert Kupferberg nicht mehr. Nur eine Flasche Bier und ein Porzellanverschluss sind übrig, als sich Filip Springer daran macht, die Geheimnisse der verschwundenen Stadt zu ergründen. Der Bergbau lässt das Dorf in idyllischer Lage wachsen. Keiner der vielen Kriege bis zum Zweiten Weltkrieg kann ihm etwas anhaben. Danach wird aus Kupferberg Miedzianka, eine Stadt, die wiederaufgebaut und zu einem Zentrum des Abbaus von Uran wird. Bis der Untergrund durchlöchert ist und man dort nicht mehr leben kann. Mit archäologischer Präzision zeichnet Filip Springer die Geschichte eines langsamen Untergangs nach. Eine Chronik spannend wie ein Roman!

 

Filip Springer, geboren 1982, ist als Journalist und Fotograf tätig. Seine Texte wurden u.a. in Polityka, Przekrój sowie in Rzeczpospolita und Tygodnik Powszechny veröffentlicht. Springer ist Autor mehrerer literarischer Reportagen. Auf Deutsch erschienen bisher Kupferberg. Der verschwundene Ort (2019) und Kopfgeburten. Architekturreportagen aus der Volksrepublik Polen (2015), beide in der Übersetzung von Lisa Palmes. Die polnische Ausgabe von Kupferberg stand auf der Shortlist für den Ryszard-Kapuściński-Preis für literarische Reportage 2011 und war im Jahr 2012 auch für den Nike-Preis nominiert. 2019 wurde Filip Springer mit dem Riesengebirgspreis für Literatur ausgezeichnet.

 

Lisa Palmes, geboren 1976, ist seit 2009 als Übersetzerin polnischer Literatur tätig. Außerdem unterrichtet sie Literarisches Übersetzen an den Universitäten in Berlin und Tübingen. 2017 bekam Lisa Palmes den Karl-Dedecius-Preis für literarische Übersetzungen aus dem Polnischen ins Deutsche sowie 2019 zusammen mit Filip Springer den Riesengebirgspreis für Literatur. Zuletzt übersetzte sie zusammen mit Lothar Quinkenstein Die Jakobsbücher (dt. Ausgabe, 2019) und den Essayband Der liebevolle Erzähler (dt. Ausgabe, 2020) von Olga Tokarczuk.