10. April 2016

Matinee:

"Die Sudeten. Zwischen (T)raum und Zeit"
mit: Jörg Bernig, Jaromir Typlt, Henryk Waniek

 

 

11 Uhr

Vino e Cultura, Untermarkt 2

Eintritt: 6 €/3,50 €

Die Sudeten, das Gebirge, das sich zwischen  Tetschen/Děčín in Nordböhmen und Troppau/Opava im östlichsten Teil Schlesiens erstreckt, hat im 20. Jahrhundert einen riesigen Teil seines kulturellen Erbes verloren – dafür aber eine neue ideologische und geopolitische Bedeutung erhalten.  Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann in dem Gebiet ein Prozess der Herausbildung neuer Identitäten. Für die Deutschen wurden die Sudeten zu einer Art mythischem, verlorenem Paradies. Für die neuen Bewohner, Polen und Tschechen, war die Region hingegen ein Raum, den man erst erschaffen, verwandeln und sich aneignen musste. Zeugin dieser Prozesse, die bis heute andauern, war und ist die Literatur.


Drei Autoren aus Deutschland, Polen und Tschechien –  Jörg Bernig, Henryk Waniek und Jaromir Typlt – laden Sie auf eine außergewöhnliche literarische Reise durch diese einzigartige, lebendige mitteleuropäische Kulturlandschaft ein

© Šárka Dohnalová
© Šárka Dohnalová

Lesung

Podróże w czasie | Zeitreisen

mit Jacek Cygan

16 Uhr

Jacob Böhme Haus
Eintritt: 10 Zł /5 Zł

 

Jacek Cygan, Autor von über tausend Songtexten, gesungen von den bekanntesten Interpreten der polnischen Musikszene, ist eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten des Kulturlebens in Polen. Zitate aus seinen Liedern haben schon längst Eingang in die Alltagssprache gefunden. Man spricht Cygan.
Weniger bekannt ist er als Autor subtiler, leiser, sehr persönlicher Gedichte. Gedichte, die die momentane Stimmung auffangen, Orte skizzieren, die Zeit einfangen und Augenblicke registrieren. Gedichte, die Reiseskizzen sind. Gedichte, in denen das Wort den Bleistift oder die Fotokamera ersetzt.


Jacek Cygan, der die LANDSCHAFTEN DER ZEIT bereist, beschreibt diese und nähert sich ihnen mit einer außergewöhnlichen Zärtlichkeit. Dies gilt für die Landschaften wie auch für die sie bewohnenden Menschen. Ob im Gespräch mit seinem eigenen Atem oder in Erinnerung an die Hände seiner Mutter; oder aber in der Erzählung über alte Menschen mit alten Hunden, die einander der größte Schatz sind – überall dort zeichnet der Dichter Landschaften aus Sanftheit und Zärtlichkeit. Und der Leser hat den Eindruck, bereits dort gewesen zu sein – beziehungsweise die Vorahnung dessen, dass er einmal dort sein wird.
Thomas Schulz moderiert diese Veranstaltung.

© Hanna Prus
© Hanna Prus

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